Hoch oben an der Fassade hinter dem Union-Gelände prangt ein Statement, das man nicht übersehen kann: „THIS IS SO NOT WHAT I WANTED“.
In der für Stefan Marx typischen Schrift zieht das monumentale, über acht mal zehn Meter große Werk die Blicke auf sich. Die Geschichte dahinter ist so eigenwillig wie der Schriftzug selbst: Ursprünglich war das Banner eine Kunst im öffentlichen Raum Aktion mit der Hamburger Kunsthalle. Museen haben ihre eigenen Regeln, das Banner wurde nur temporär gezeigt, das Banner wurde nach der Aktion abgehängt. Anstatt jedoch in einem dunklen Archiv zu verschwinden, einigten sich der Künstler und Ardi Goldman. So fand das Werk seinen Weg dorthin zurück, wo Kunst hin muss – in den öffentlichen Raum.
Heute hängt es für jeden sichtbar an der Rückseite des Geländes. Man sieht es aus den Büros, man sieht es von
der Straße; es ist ein unübersehbarer Teil der täglichen Realität geworden.
Stefan Marx, dessen Arbeiten oft zwischen Typografie und feiner Alltagsbeobachtung pendeln, hat hier ein Denkmal für die Unabhängigkeit geschaffen. Es ist ein Werk, das sich nicht musealisieren ließ und stattdessen die Freiheit gewählt hat. Ein Statement für alle, die wissen, dass ein „Nein“ an der richtigen Stelle oft der Anfang von etwas viel Größerem ist.