Wo früher die BILD und der Kölner Express für schnellen Boulevard-Konsum sorgten, finden sich heute zwei Zeitungsautomaten mit völlig neuem Inhalt. Benjamin Knabe hat die Gehäuse umgestaltet und zusammen mit Ardi Goldman eigene Zeitungen entwickelt, die nun dort ausliegen. Wer die Klappe öffnet, findet keine flüchtigen News, sondern Texte, die bleiben.
Man braucht keine Münzen, um den Hebel zu betätigen – es reicht die Neugier. Wer heute zugreift, erhält Impulse für das eigene Sein statt der Nachrichten von gestern. Der gelbe Automat widmet sich einer Sonderausgabe zum „Magischen Dreieck des Lebens“, während der blaue zur „Kunst der Unionität“ führt. Hier wird erlebbar, was dieses Gelände im Innersten zusammenhält – eine Symbiose aus Haltung, Ästhetik und Gemeinschaft.
In einer Zeit der flüchtigen Bildschirm-Informationen setzen diese Objekte bewusst auf das Haptische. Das Rascheln des Papiers und die bewusste Entscheidung, stehenzubleiben, machen die ehemaligen Boulevard-Automaten zu Orten der Verlangsamung. Es ist ein Plädoyer dafür, dass die wichtigsten Nachrichten oft jene sind, die wir in uns selbst finden, wenn wir den Lärm der Welt für einen Moment hinter uns lassen.